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Digital ist voll normal – auch in der Medizin

Gefühlt war das doch erst gestern, als der Herr Doktor seine Diagnose in die Karteikarte eingetragen, gegebenenfalls ein Rezept und/oder eine Überweisung vom Stapel genommen und ausgefüllt hat – das selbstverständlich alles von Hand. War die Karteikarte im „Sprechzimmer“, hatte währenddessen kein weiterer Praxismitarbeiter Zugriff auf die Daten, geschweige denn jemand, der sich außer Haus befand. Im Falle der Überweisung mussten Berichte und Befunde erst kopiert werden, bevor sie, gegebenenfalls ergänzt mit Röntgenbildern etc., auf dem Postweg oder gemeinsam mit dem Patienten die Praxis verlassen konnten.

Dank Digitalisierung sind diese Vorgänge erheblich beschleunigt – und niemand muss mehr zentimeterdicke Umschläge mit Befunden durch die Gegen schleppen. Die medizinische Vorgeschichte, Unverträglichkeiten, Allergien, Blutwerte und alle anderen wichtige Daten werden heute über den Computer erfasst, verarbeitet und sind bei Bedarf ruck-zuck zur Hand – und zwar überall dort, wo sie gebraucht werden. Und das Ende der Fahnenstange – so es ein solches gibt – ist noch längst nicht erreicht. Durch die Vernetzung von medizinischen Informationen können bessere Diagnoseverfahren oder Therapien entwickelt werden (wobei der Schutz vor unberechtigtem Zugriff auf solche sensiblen Daten oberstes Gebot sein muss).

Neue Möglichkeiten, Menschen (zum Beispiel in abgelegenen Regionen) medizinisch umfassender zu versorgen, bietet die Telemedizin. Dank innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien  können über räumliche Grenzen hinaus und auch zeitlich versetzt Patienten diagnostisch und therapeutisch beraten und betreut werden. Zur Behandlung zum Beispiel von Depressionen oder in der Kardiologie wird die Telemedizin bereits eingesetzt.

Mensch und Roboter als Team

Laboruntersuchungen in dem Umfang, der Geschwindigkeit und Präzision, wie sie heute durchgeführt werden, wären ohne den Einsatz von hochtechnisierten Systemen nicht zu leisten. Auch in der modernen Chirurgie arbeiten Mensch und Maschine teils Hand in Hand und ergänzen sich, um optimale Ergebnisse erzielen zu können – roboterassistierte Operationen sind keine Zukunftsmusik mehr.

„Wearables“ und mehr

„Activity-Tracker“, „Smartbands“ und „Smartwatches“ – das alles fällt unter den Begriff „Wearables“, Mini-Computer, am Handgelenk/am Körper getragen, die Werte wie zum Beispiel den Puls messen und aufzeichnen können. Zusammen mit den passenden Apps ermuntern uns die kleinen Helfer, mehr auf unsere Gesundheit zu achten. Das Blutzuckermessen per Oberarmimplantat ist für viele Diabetiker längst Routine und in Zukunft werden möglicherweise auch andere Parameter über implantierte Biosensoren geliefert werden können – ohne mehrfaches „Blutvergießen“.

Rasante Fortschritte in der Medizin haben wir – zum Teil – auch der Digitalisierung zu verdanken; und wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt.
 
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